Das sogenannte Januarloch ist kein Naturereignis.
Es fällt nicht vom Himmel wie Schnee. Es ist meist das Resultat von Dezemberentscheidungen mit zu viel Gefühl und zu wenig Überblick.
Zuerst verschwinden Beträge für Festtage, Geschenke und spontane Großzügigkeit.
Danach treten sie auf den Plan: Autosteuer, Autoversicherung, Krankenkasse.
Im besten Fall meldet sich auch noch der Stromversorger.
Alle höflich. Alle pünktlich. Alle unerbittlich.
Wer jetzt überrascht ist, war nicht arm – sondern unvorbereitet.
Wohnen, bevor man wohnt
Ein bewährter Maßstab:
Nicht mehr als ein Drittel des Einkommens für die Wohnung.
Alles darüber zwingt zu Improvisationen an falscher Stelle.
ÖV oder Tankkosten rechnet jede Person selbst – realistisch.
In der Schweiz bewegen sich diese meist zwischen 200.– und 300.– Franken pro Monat.
Wer das nicht einplant, zahlt später doppelt – mit Unruhe.
Einkaufen mit Gedächtnis
Großpackungen sind kein Zeichen von Geiz, sondern von Planung.
Auch im Einpersonenhaushalt.
Wenn ein Produkt, das Sie ohnehin verwenden – Olivenöl, Kaffee, Waschmittel – im Angebot ist, kaufen Sie ausreichend.
Nicht aus Panik. Sondern damit Sie in zwei Wochen nicht wieder dort stehen und zum Normalpreis zugreifen.
Brötchen selbst zu backen ist kein Lifestyle, sondern Mathematik.
Ein Kilogramm Mehl und eine Packung Hefe ergeben rund 15 Brötchen à 70 g.
Kurz aufgebacken am Morgen sparen sie täglich fast 2.– Franken.
Denken Sie nach. Das rechnet sich schneller als jeder Taschenrechner.
Steuern sind kein Feind – Unordnung schon
Steuern spart man nicht durch Jammern, sondern durch Sorgfalt.
Eintragen lassen sich unter anderem:
– beruflich eingenommene Mahlzeiten
– Pendelkosten
– Aus- und Weiterbildung
– Gesundheitskosten
– regelmäßige Einzahlungen in die dritte Säule
Nicht spektakulär. Aber wirksam.
Was Sie konsequent lassen sollten
Tankstellenshops sind in der Schweiz teuer.
Die Tankstelle ist zum Tanken da.
Nicht für Schokolade, Getränke oder spontane Einkäufe aus Müdigkeit.
Käufe auf Rechnung sind zu vermeiden – außer bei amtlichen Verpflichtungen.
Ein Lippenstift ist nicht amtlich. Auch nicht von Chanel.
Leasing ist bequem. Und teuer.
Wer es nicht bar bezahlen kann, sollte es überdenken.
Zahlungsdisziplin
Bar bezahlen, wo möglich.
Geld, das die Hand verlässt, wird bewusster ausgegeben.
Debitkarten genügen im Alltag vollkommen.
Kreditkarten sind kein Statussymbol, sondern ein Werkzeug für den Notfall – oder fürs Ausland.
Grundregeln, die tragen
– Rechnungen nicht aufschieben
– Unter den eigenen Verhältnissen leben (realistisch, nicht asketisch)
– Schulden in kleinen, konstanten Schritten abbauen
– Fixkosten immer mit Polster berechnen
– Große Jahresrechnungen monatlich zurücklegen
(2’000.– ÷ 12 ist keine Zumutung, sondern Ordnung)
Streamingdienste: maximal drei.
Alles darüber ist kein Genuss mehr, sondern Zerstreuung.
Prüfen Sie Abos jährlich.
Oft ist der Jahresbetrag günstiger als die monatliche Bequemlichkeit.
Impulskäufe verlieren an Reiz, wenn man ein paar Nächte darüber schläft.
Was dann noch überzeugt, darf bleiben.
Richtwerte – ohne Drama
– Lebensmittel: ca. 500.– pro Person
(sofern nicht täglich Kaviar und Coffee-to-go dazugehören)
– Hygiene: 50.– bis 100.–
– Apotheke: 20.– bis 50.–
– Rücklagen/Polster: 100.– bis 200.–
– Freizeit: 200.– bis 500.–
(Oper ist teuer. Dann geht man eben seltener.)
– Strom, Telefon, Wäscherei, Blumen und Sonstiges: bis 500.–
Wie ich es halte
Festnetz, Internet, ein günstiges Mobilabo, zwei Streamingdienste.
Filme kommen aus der Gebrauchswarenhandlung.
Dazu: Website, Strom, Versicherungen, Serafe, Steuern, Autoversicherung, Autosteuer, Parkplatz, Tank.
Und dennoch: ein Betrag, der unangetastet bleibt – für den Fall, dass.
Zum Schluss
Jeder Haushalt ist anders.
Vergleiche sind unproduktiv.
Setzen Sie sich nicht unter Druck.
Setzen Sie sich unter Ordnung.
– Kleidung wird ersetzt, wenn sie endet – nicht, wenn sie langweilt
– Reparieren kommt vor Ersetzen
– Zeit investieren statt Geld: kochen, pflegen, planen
Wer sein Geld führt,
muss ihm nicht hinterherlaufen.
Ich danke Ihnen für Ihre Zeit.
Bis zum nächsten Schreibstück.
— 𝓛𝓪𝓿𝓲𝓷 𝓒𝓵𝓪𝓼𝓼𝔂