DAS BAUCHGEFÜHL

Veröffentlicht am 4. August 2026 um 09:30

Nicht jede Entscheidung entsteht im Kopf. 
Manche beginnen leiser – irgendwo zwischen Wahrnehmung und Erfahrung.

Bevor Sie weiterlesen, erlauben Sie sich einen Moment. Stellen Sie sich eine Tasse Tee oder Kaffee bereit und nehmen Sie Platz.

Wir nennen es Bauchgefühl oder auch die Intuition. Es meldet sich selten laut. Es äußert sich eher als eine kleine Unruhe, ein Zögern, manchmal auch als ein unerklärliches Vertrauen. Viele Menschen ignorieren dieses Signal, weil es sich nicht sofort begründen lässt.
Doch gerade darin liegt seine Stärke. 
Das Bauchgefühl ist kein Aberglaube, sondern die Summe vieler Beobachtungen, die schneller arbeiten als bewusste Überlegungen. Der Blick, der zu lange bleibt. Die Situation, die plötzlich unangenehm wirkt. Oder umgekehrt: der Moment, in dem alles ruhig und richtig erscheint. 
Wer aufmerksam lebt, entwickelt dafür ein Gespür. 
Und wer dieses Gespür ernst nimmt, trifft Entscheidungen oft klarer. 

Nicht jede Gelegenheit muss geprüft werden. 
Nicht jeder Zweifel muss ausdiskutiert werden.

Manchmal genügt ein kurzer innerer Hinweis:  

Hier stimmt etwas nicht. Oder: Hier darf man bleiben. Natürlich ersetzt das Bauchgefühl nicht die Vernunft. Aber es ergänzt sie. 

Viele Fehlentscheidungen entstehen nicht aus Unwissen, sondern aus dem Versuch, ein warnendes Gefühl zu übergehen. Man erklärt es sich weg, sucht nach Gründen, bis die innere Stimme verstummt. 
Dabei verlangt sie selten mehr als Aufmerksamkeit. 
Wer lernt, auf dieses leise Signal zu hören, spart sich manche Umwege. Und manchmal bewahrt es einen sogar vor Situationen, die man später bereuen würde.

Vielen Dank, dass Sie diesen Gedanken begleitet haben. Vielleicht begegnen wir uns im nächsten Schreibstück wieder – oder im Rundbrief.

— 𝓛𝓪𝓿𝓲𝓷 𝓒𝓵𝓪𝓼𝓼𝔂 

Die Titelbilder in voller Grösse finden Sie im Foyer. Die Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ebenso sei daran erinnert, den Rundbrief in der Fusszeile zu abonnieren. Sämtliche Informationen hierzu sind ebenfalls im Foyer hinterlegt.

Ein Schreibstück aus der originalen Online-Kolumne 𝓛𝓪𝓿𝓲𝓷 𝓒𝓵𝓪𝓼𝓼𝔂.