DAS HÄUSLICHE WOHLBEFINDEN BEI KRANKHEIT
Es gibt Tage, an denen der Körper seine Zusammenarbeit ohne vorherige Rücksprache einstellt. Der Hals kratzt, der Kopf wird schwer, die Nase entwickelt eine bemerkenswerte Eigenständigkeit, und plötzlich erscheint bereits der Weg vom Bett zur Küche wie eine Unternehmung, für die man vernünftigerweise Proviant einpacken sollte. Krankheit ist weder elegant noch besonders taktvoll. Sie hält sich nicht an Termine, interessiert sich nicht für unsere Pläne und besitzt die unangenehme Angewohnheit, ausgerechnet dann aufzutauchen, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann. Trotzdem muss aus einem grippalen Infekt nicht automatisch der vollständige Zusammenbruch der häuslichen Zivilisation folgen. Sich zu schonen bedeutet schliesslich nicht, sich aufzugeben. Es bedeutet vielmehr, die Ansprüche für einige Tage vernünftig zu verändern: weniger leisten, mehr ruhen – und sich dabei weiterhin so behandeln, als wäre man der Fürsorge wert.

