DIE KUNST DES SCHENKENS

Veröffentlicht am 17. Dezember 2025 um 12:13

In einer Woche ist bereits Heiligabend.
Sollten Sie Ihre Geschenke noch nicht ausgewählt haben, lesen Sie hier genau richtig.
Ich habe für Sie eine kleine, wohlüberlegte Inspiration zusammengestellt.

 

Es gibt Handlungen, die uns entlarven, selbst wenn wir schweigen.
Das Schenken gehört dazu.

Ein Geschenk ist niemals nur ein Gegenstand.
Es ist eine Botschaft. Eine Haltung.
Eine stille Offenbarung dessen, was wir für wichtig halten – oder was wir nie gelernt haben, wichtig zu finden.

 

Als ich jünger war, glaubte ich, Geschenke seien etwas, das man „besorgt“.
Eine Pflicht, ein Termin, ein Stück Papier mit Schleife.
Bis ich begriff, dass kultivierte Menschen nicht schenken, um zu gefallen, sondern um zu zeigen, wer sie sind.

Ich beobachte seit Jahren eine interessante Entwicklung: Je lauter die Welt wird, desto gedankenloser werden ihre Geschenke.

Müde Duftsets in kitschigen Schachteln oder überteuerte Trendartikel, die im Januar bereits vergessen sind. 

 

Manchmal frage ich mich, ob wir überhaupt wissen, was wir einander schenken.
Nicht den Gegenstand. Den Gedanken dahinter.

 

Ein gutes Geschenk ist kein Versuch. Es ist ein Statement.

Ich komme aus keiner Welt, in der man mir beigebracht hätte, wie man mit Dingen umgeht, die Wert besitzen.
Ich lernen noch immer, dass Eleganz kein Privileg ist, das man erbt, sondern eine Entscheidung, die man täglich trifft.
Und ein Geschenk – ein ehrliches, bewusstes Geschenk – ist eine dieser Entscheidungen.

Vielleicht berührt mich das Thema deshalb mehr, als es sollte.
Weil ich weiß, wie es ist, mit Dingen aufzuwachsen, die schnell kaputtgehen.
Mit Gewohnheiten, die keinen Halt geben. Mit Menschen, die nicht verstanden haben, dass Zuwendung nicht laut sein muss, sondern beständig.

Schenken ist für mich heute ein zarter, aber entschlossener Akt:
Ich sehe dich. Ich respektiere dich. Und ich nehme mir die Zeit, etwas auszuwählen, das Bestand hat.

 

 

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Mein Anliegen ist es, Sie mit Geschenkideen zu bereichern, die Haltung, Geschmack und stille Wertschätzung widerspiegeln.
Es muss nicht teuer sein. 

 

FÜR FRAUEN – GESCHENKE, DIE DER SEELE RAUM GEBEN

 

- Ein Kaschmirschal, der wie eine Umarmung wirkt, ohne sentimentale Absicht.
  Ein Schal kann Trost sein. Oder Haltung. Manchmal beides.

- Ein einzelnes Kristallglas.
  Es ist kein Luxus. Es ist eine tägliche Erinnerung, dass man würdevoll leben darf.

- Ein gebundenes Buch.
  Nicht irgendeines. Eines, das man weitergibt, weil es etwas in einem bewegt hat.

- Silber oder Gold. 

  Ein edles Schmuckstück geht immer. Achten Sie darauf, dass es zeitlos und klassisch wirkt.

 

 

FÜR MÄNNER – GESCHENKE MIT SCHWERPUNKT,  NICHT BÜHNENREIF

 

- Ein Ledernotizbuch, das Gedanken Gewicht verleiht.
  Männer, die schreiben, flüchten nicht. Sie ordnen.

- Ein Füllfederhalter.
  Weil manche Worte Respekt verdienen.

-Ein schlichter Wollschal.

  Keine Farbe, die schreit. Ein stilles, warmes „Ich nehme dich ernst.“

- Ein Lederarmband.

  Kein Logo, keine Spielereien. Schlicht einfach und eine kleine Gravur. 

 

 

FÜR KINDER – GESCHENKE, DIE ERINNERUNGEN BAUEN

 

- Ein stilles Bilderbuch voller warmer Farben.
  Kinder tragen solche Bilder durchs Leben. Sie prägen mehr als jeder Plastikknopf.

- Holzspielzeug.
  Kein Krach. Keine Batterien. Nur Raum für Vorstellungskraft.

- Ein kleines Ritual.
  Ein Nachtlicht, das dem Kind still versichert, dass es nicht allein ist.
  Eine Tasse für das gemeinsame Frühstück – selbst dann, wenn die Tante, der Götti oder wer auch immer Sie sind, nicht täglich am Tisch sitzt.
  Eine Spieluhr, die Abend für Abend aufgezogen wird.
  Eine Geschichte, die bleibt, weil sie immer wiederkehrt.

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Wahre Eleganz zeigt sich nicht darin, was wir besitzen, sondern darin, was wir geben.

 

Und immer wieder bekommt man Geschenke, die nicht unbedingt zu einem passen.
Das ist zwar bedauerlich, aber kein Untergang.

Man nimmt es entgegen.
Man lächelt.
Man bedankt sich herzlich.

 

Und damit ist der öffentliche Teil der Angelegenheit abgeschlossen.

Ein kultivierter Mensch beginnt weder zu erklären, noch zu relativieren, noch mit Sätzen wie „Ach, das hätte doch nicht sein müssen“. Es musste sein. Jemand hat sich bemüht. Punkt.

Was danach geschieht, entzieht sich höflicherweise jeder Diskussion.

Das Geschenk wird nicht kritisch beäugt, nicht mit dem Kassenbon verglichen und ganz sicher nicht am nächsten Tag „umgetauscht, weil man es ja wirklich nie benutzen würde“.

Ebenso wenig wird es einfach weiter verschenkt. Wiederverschenkungen sind absolut würdelos. 

 

Stattdessen verschwindet es würdevoll in einer Schachtel.
Im Keller.
Beschriftet.
Nicht lieblos – nur realistisch.

Ein geschenkter Gaul wird nicht ins Maul geschaut.
Man bedankt sich bei ihm, stellt ihn in den Stall und reitet weiter seines Weges.

Denn Eleganz bedeutet nicht, alles behalten zu müssen.

 

 

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Bis zum nächsten Stück Haltung.

— 𝓛𝓪𝓿𝓲𝓷 𝓒𝓵𝓪𝓼𝓼𝔂